Auf dem Atlantik gab es in der aktuellen Hurrikansaison noch keinen Hurrikan
Die Hurrikane haben keine Lust und welchen Einfluss das auf unser Wetter haben könnte
Wir haben nun fast das Ende des Septembers 2026 erreicht und normalerweise ist jetzt die Hochzeit für tropische Stürme im Atlantik. Aber dieses Jahr? Absolute Flaute. Es gab bisher noch keinen einzigen echten Hurrikan, nur Tropenstürme... die Saison geht noch bis Ende November also noch können sich welche bilden.
Das ist dennoch ein historischer Rekord seit Beginn der Satellitenbeobachtung 1966. Warum das so ist und warum ausgerechnet Celle und der Landkreis das im Herbst und Winter merken könnten, das erkläre ich euch hier:

Ein Hurrikan auf dem Atlantik
Was ist da draußen auf dem Atlantik eigentlich los?
Eigentlich ist das Wasser warm genug und trotzdem will die Sturmsaison dieses Jahr einfach nicht loslegen... Drei Spielverderber blockieren das Ganze:
》Der El-Niño im Pazifik:
Klingt weit weg, wirkt aber weltweit. Er schiebt heftige Höhenwinde quer über den Atlantik. Diese Windscherung wirkt wie ein gigantischer Mixer: Sobald sich ein Wirbel aufbauen will, wird er in der Höhe sofort wieder zerrissen.
》Der Deckel auf dem Topf:
Die oberen Luftschichten sind zu warm. Dadurch fehlt der feucht-warmen Meeresluft der nötige Auftrieb nach oben. Ohne Auftrieb keine fetten Gewittertürme.
》Saharastaub und Wüstenluft:
Ständig weht trockene Luft aus Afrika auf den Atlantik hinaus. Den Stürmen fehlt der Treibstoff und die Feuchtigkeit, Das Ergebnis: Statt gefährlicher Kategorie 4 oder 5 Hurrikaneentstehen dort nur schwache Tropenstürme.
Was das jetzt mit Deutschland bzw auch Celle zu tun hat
Man könnte denken: der Atlantik ist doch so weit weg, was kann das für einen Einfluss auf unser Wetter haben und tatsächlich sogar sehr großen, denn die Großwetterlage auf dem Atlantik bestimmt unser Wetter:
Oft nehmen die sogenannten "EX-Hurrikane" einen Kurs auf das europäische Festland und bei dem kühlen Wasser im Nordmeer kühlen sie sich ab und verwandeln sich eben in ein außertropisches Sturmtief und werden in den Jetstream integriert.
Wenn das passiert, bekommen wir in Celle oft unberechenbare Wetterlagen:
》Plötzliche Wärmeeinbrüche an einer Tiefvorderseite, gefolgt von Regen, Gewittern und eben mal Sturmereignissen.
Dadurch, dass diese aber fehlen verläuft unser Wetter momentan eher ruhig und oft auch stabil mit wenigen Tiefdruckgeschehnissen.

Satellitenbild vom Deutschen Wetterdienst mit Sicht auf dem Atlantik/Amerika

Wetterlage der kommenden Tage
Im Winter: Weichenstellung für erhöhte Hochwassergefahr im Winter statt Schnee und Dauerkälte
Dasselbe Phänomen (El Niño), das die Hurrikane unterdrückt, baut über dem Atlantik eine Westwindwetterlage auf: Tiefdruck bei Island, Hoch über den Azoren.
Für unsere Region in und um Celle bedeutet diese Strömung meist: milde Atlantikluft statt Dauerkälte. Somit hätten wur also einen insgesamt milden Winter mit wenigen Kaltlufteinbrüchen.
Die Westwetterlage bringt aber auch reihenweise Tiefs mit sich:
Mit einem stabilen Jetstream werden oft auch Sturmtiefs entwickelt, die nicht selten auch ne Menge Regen im Gepäck haben und da Wasser im Winter bekanntlicherweise weniger verdunstet als im Sommer, steigen hier erst einmal die Pegel des Grundwasserspiegels sowie der Flüsse und diese können langfristig Hochwasser führen.
Zusammenfassend lässt sich also sagen:
》Keine Ex-Hurrikans bedeutet nicht sturmfrei: Das unberechenbare Tropen-Chaos bleibt zwar aus, normale Herbst- und Sturmtiefs erreichen uns aber trotzdem.
》Milder Winter statt Dauerfrost: Die Wahrscheinlichkeit von Schnee und Kälte sinkt, dafür steigt das Risiko für wiederkehrende Sturmlagen, Dauerregen und Hochwasser an Flüssen und Grundwasser.