Hitzewelle ab August?

Eine kleine Einschätzung zur möglichen kommenden Hitzewelle

Einige wird es freuen und andere wiederum nicht - die Modelle rechnen jetzt ab dem Monatswechsel mit einer Hitzewelle von teilweise über 35 Grad, teils werden auch wieder um die 40 Grad simuliert... Es ist Sommer, da sind Hitzewellen nicht ungewöhnlich...

Schauen wir zunächst mal auf die Großwetterlage, was wird denn angedeutet?

Auf der europäischen Modellkarte vom Wettermodell ECMWF sehen wir erst einmal ganz viel Hochdruckeinfluss.
Bei einer Süd- bis Südwestlage könnte sich eine Hitzeblase über Mitteleuropa legen und somit wäre der Weg frei für heiße Luftmassen, denn die Achse des Hochdruckgebietes liegt hier über uns und Tiefs wären hier erstmal weiter weg.

Einige Tage später könnte ein Trog aus Nordwesten wieder näherkommen und somit könnten wir hier wieder in gemäßigten Luftmassen rutschen.

Diese Wetterlage bietet natürlich neben mehr Sonnenschein auch wieder Temperaturen, die schnell zu einer starken bis extremen Hitzebelastung führen können und dazu habe ich euch mal zunächst das ECMWF Multi-Diagramm mitgebracht:

Hier sieht man zum einen, dass die Temperaturen eben deutlich ansteigen werden und zum anderen, dass die Wetterlage möglicherweise nicht stabil bleibt, denn wir hier oben im Norden liegen relativ nah am Trog, heißt: Mit einem ziemlich heißen Sommerintermezzo kann es auch schnell wieder kräftige Gewitterlagen geben.

Nun warum eigentlich Hitzewelle? Wie definiert man diese?

"häufig spricht man aus meteorologischer Sicht erst von einer Hitzewelle, wenn die Höchstwerte mindestens 3 Tage hintereinander bei mindestens 30 Grad oder mehr liegen, gleiches gilt auch für die Nacht, denn auch hier müssen es auf 3 aufeinanderfolgende Nächte im Tiefstwert 20 Grad oder mehr sein"

Jedenfalls wäre diese Anforderung schonmal für eine echte Hitzewelle erfüllt und selbst 40 Grad wäre im Bereich des möglichen.

Das amerikanische Wettermodell GFS hat ja bekanntlicherweise das Problem mit heißen Luftmassen bzw auch mit der Berechnung der Bodenfeuchte und da kommen gerade im langfristigtrend sehr sehr schnell Temperaturen heraus, die man sich hierzulande gar nicht vorstellen kann.

Mehrere Tage um oder über 40 Grad? Das GFS mit der extremsten Lösung

Hier werden Temperaturen von 42 Grad, anschließend 37 bis 38 Grad und später erneut 44 Grad berechnet aber eines kann ich hierzu schon einmal sagen: Diese Variante mit solch einer außergewöhnlichen Hitzewelle ist äußerst unwahrscheinlich.

Wie sieht es bei einer Hitzewelle mit der Waldbrandgefahr aus?

Hier muss man nicht nur auf die kommenden, sondern auch auf die vergangenen Tage schauen wie viel Regen es bereits gab - wie viel Wasser der Boden gerade in 0 bis 60 cm tiefe beinhaltet? Es soll jetzt am kommenden Sonntag für die gesamte Nordhälfte auch mal flächendeckenden Regen geben und hier können bis zu 20 bis 30 Liter pro m² runterkommen und das würde die Waldbrandgefahr ohnehin ersteinmal dämpfen.

Im Südwesten sieht man die deutlich ansteigende Waldbrandgefahr durch die vorherrschende Trockenheit, während es in der Nordhälfte relativ entspannt aussieht.
Dann kommt es noch darauf an, wie stabil die Wetterlage am Ende wirklich sein wird denn wenn es wechselhaft ist, dann steigt die Waldbrandgefahr hier oben trotz hoher Temperaturen eher weniger an aber wenn es dann über mehrere Tage trocken bleibt, dann geht das sehr sehr schnell.

Am Ende müssen wir sowieso erst einmal sehen, inwieweit uns die Hitzewelle wirklich erreicht, wie lange sie hält und wie hoch dann die Waldbrandgefahr steigt und ob wir auch mal von einer markanten Gewitterlage überrascht werden.

Diesen Beitrag teilen: